Kategorie: Dummheiten

Es gibt kein Recht auf eigene Fakten?!

Die ARD-Tagesschau-Webseite hat eine Seite „Faktenfinder“ eingerichtet. Dort findet man mit als erstes das hier als Überschrift benutzte Statement: „Kein Recht auf eigene Fakten„. Für Rumpelstilz heißt das im Klartext, man habe hinzunehmen, was uns die Öffentlich-Rechtlichen servieren. Hinsichtlich anderer Quellen will man uns verunsichern, auch mit Hilfe des „Faktenfinders“.

Was von all dem zu halten ist, hat der Blog „Ein Parteibauch“ sehr gut dargelegt. Bitte dort weiterlesen!

IQ kleiner null?

Nicht immer, aber immer öfter scheint der Satz von Sarrazin zuzutreffen: „Deutschland schafft sich ab“.

Heute finde ich im Werbeblatt einer großen Baumarktkette zwei erstaunliche Informationen:

  1. Schwerlastregal: „Durch die Pulverbeschichtung erhält das Regal eine höhere Stabilität, ebenso lässt es sich deutlich komfortabler aufbauen“. Stabilität durch Pulverbeschichtung also…
  2. Pavillon: ca. 400 x 400 cm …, Wassersäule 1000 mm. Schade, dass er 88 € kostet. Pavillon mit 1 m Wassersäule, das hat doch was und hat nicht jeder!

 

Neuer Wissenschaftstrend: Behaupten statt beweisen

Der europaticker.de meldet mit Datum von 19.3.2016:

Die deutsche Kommunalwirtschaft leistet einen hohen volkswirtschaftlichen Mehrwert für Deutschland, heißt es aus der Berliner Zentrale der Vertretung kommunaler Unternehmen in einer Presseaussendung. Auf jeden Vollzeitbeschäftigten eines Mitgliedsunternehmens des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) entfielen nahezu zwei weitere Beschäftigte. Dieses Ergebnis sei einer erstmaligen Erhebung auf Bundesebene, durch das Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge der Universität Leipzig ermittelt. Weiter schreibt der Lobbyverein, der sich über seine Mitglieder durch öffentliche Gebühren, wie Abfall- oder Abwassergebühren finanziert, das Ergebnis sei am Montag (14.03.2016) dem Vorstand vorgestellt worden.

Die Universität Leipzig habe noch zwei weitere Zahlen zur Bedeutung der über 1.400 VKU-Mitgliedsunternehmen erhoben: Jedes Einkommen in einem VKU-Mitgliedsunternehmen generiere fast ein Weiteres (0,9). In Summe entspricht das 16,7 Milliarden Euro. Außerdem seien die kommunalen Unternehmen in Deutschland jährlich für ein Steueraufkommen in Höhe von 23,7 Milliarden Euro verantwortlich.

Indes will der Verein eine Überprüfung der Meldung nicht gestatten und verweist auf die Universität Leipzig. Doch dort bittet der Geschäftsführende Vorstand des Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge, Dr. rer. pol. Oliver Rottmann, „um Verständnis, dass wir Ihre Anfrage weder inhaltlich noch kostenseitig kommentieren“.

Da kannste was lernen!  Eine deutsche Universität veröffentlicht Aussagen und lehnt es zugleich ab, deren Zustandekommen zu belegen. Das ist wohl „Forschung 2.0“! Die Plagiatoren a la Schavan und Guttenberg können als rehabilitiert gelten, denn sie haben zwar abgeschrieben, aber wenigstens nachlesbare, verifizierbare Aussagen. Das war gestern! Heute darf man einfach etwas behaupten! RUMPEL geht in die Forschung – nach Leipzig! Und wird Dr. Rumpelstilz. Denn ab sofort muss ich nicht mehr Stroh zu Gold spinnen können, es reicht aus zu behaupten, dass ich es kann. Was für eine schöne Welt!

Verkehrte Welt

In einem Zeitungsartikel lese ich heute, dass

„Wissen dazu verführt, dass man nicht selbst denkt“.

Sagt zumindest ein  selbsternannter Philosoph. Urteilt einfach selbst!

Für meinen Teil habe ich an der Uni gelernt, dass es ganz einfach und zugleich unvermeidlich ist, auf der Basis des bereits vorhandenem Wissens zu denken. Meine Professores lehrten und den einfachen und hochproduktiven Dreisatz „sammeln, sichten, Schluss ziehen!“. Und schickten uns gleich in der ersten Woche in die wissenschaftlichen Bibliotheken, um sie kennenzulernen, sich zurecht zu finden und zu lernen, wie man das findet, was man benötigt. Das war zwar lange vor der Erfindung des Internets, gilt aber noch immer!

Kosmetik fürs Trinkwasser?

Heute in der „Ostsee-Zeitung“ gefunden:

Mecklenburg-Vorpommern wird 2016 das sogenannte Wasserentnahmeentgelt verdoppeln. Wasserversorger und andere Unternehmen, die Wasser aus der Natur entnehmen, müssen dann pro Kubikmeter Grundwasser zehn Cent statt wie bisher fünf Cent an das Land zahlen, teilte Agrarminister Till Backhaus (SPD) mit.

Die Wasserversorger würden das höhere Entgelt auf die Trinkwasserkosten umlegen. Einem Flyer des Ministeriums zufolge wird ein Zwei-Personen-Haushalt künftig 7,50 Euro statt 3,75 Euro pro Jahr bezahlen.

Das ist ein  irreführender Schluss-Satz! Denn der Wasserverbrauch eines (Zwei-Personen-) Haushaltes hängt doch sehr von der Lebensweise der Haushaltsangehörigen ab. Gehen beide arbeiten, verbrauchen sie während der Arbeitszeit daheim kein Wasser für Toilette und Händewaschen – das spart merklich. Weil das Wasserentnahmeentgelt auf den Kubikmeter entnommenes Rohwasser berechnet und an den Endverbraucher weiter gegeben wird, gibt es also keine Konstante wie „7,50 Euro statt 3,75 Euro pro Jahr“. Das kann bestenfalls ein geschätzter mittlerer Wert sein – aber davon ist in der Meldung keine Rede. Dummheit des Journalisten oder der Ministerialen?

Weiter liest man:

Das Geld soll dazu dienen, dem Bund Flächen entlang von Flüssen abzukaufen – insgesamt rund 2300 Hektar.

Einwand, Damen und Herren der Regierung M-V! Natürlich findent auch im Bereich der Fließgewässer eine Grundwasserneubildung statt. Aber was ist mit den Standgewässer und vor allem mit den landwirtschaftlich genutzten Flächen? Stammen die hohen Nitrateinträge in das Grundwasser nicht vor allem von der Landwirtschft und nur in ganz geringem Umfang  aus den „Flächen entlang von Flüssen“?

Deutschland hat nach Malta die höchste Nitrat-Verschmutzung des Grundwassers innerhalb der EU und die EU-Kommission erwägt deshalb ein Vertragsverletzungsverfahren. Glauben die Schweriner Ministerialen wirklich, mit einer Uferflächen-Kosmetik das abwenden zu können? Oder geht es (wieder einmal) vorrangig um Angler-Interessen?

Das hohe Gut der Sommerbräune

Im „Städtischen Anzeiger“, dem „Amts- und Mitteilungsblagtt der Hansestadt Rostock“, lese ich zur Flüchtlingsproblematik gleich auf der ersten Seite der aktuellen Ausgabe vom 28.10.2015 folgendes:

… Die meisten Flüchtlinge erleben die Hansestadt nur auf der Durchreise in Richtung Skandinavien. Jene, die bleiben wollen und können, tauchen ein in eine europäische Welt, in der Verlässlichkeit und Sonnenbräune hohes Gut sind…

Jetzt haben wir es amtlich. Zumindest in der Stadtverwaltung Rostock sind Verlässlichkeit und Sonnenbräune ein hohes Gut. Was die Verlässlichkeit angeht, die wird von der Immobilien- und Baubranche sehr geschätzt und von den Theaterbesuchern eher verflucht. Aber dass für die städtischen Mitarbeiter Sonnenbräune gleich an zweiter Stelle steht, sollte den Rostocker zu denken geben. Vielleicht wäre es sinnvoller, Entlassungen zugunsten von noch mehr Sonnenbräune eher im Verwaltungs- als im Theaterbereich vorzunehmen?

 

Politiker eben…

Jarosław Kaczyński: (…) „und kein Weinen und kein Geschrei kann uns überzeugen, dass Schwarz schwarz ist und Weiß – weiß.“

Das Zitat von Jarosław Kaczyński ist kein Verdreher von uns, der hat es wirklich so gesagt: schwarz ist NICHT schwarz und weiß auch NICHT weiß. Sondern?

Jarosław Kaczyński ist Chef der reaktionär-klerikalen polnischen Partei Prawo i Sprawiedliwość (Recht und Gerechtigkeit).

Hier mehr dazu lesen.