Kategorie: Demokratie

Die Bedeutungslosigkeit von Wahlen

In der „jungen Welt“ erschien heute (22.9.2017) ein Artikel, der eigentlich „nur“ eine Besprechung von Texten ist, die Einde der 70er Jahre erschienen – die doch sehr Nachdenkenswertes enthhalten. Hier einige Ausschnitte zum „Anfüttern“:

Die westliche »liberale Demokratie« ist eine Schimäre. Sie ist nicht das, was der Name suggeriert, eine »Volksherrschaft« in irgendeiner Art und Weise (Agnoli).

»Nominell leben wir in einer Demokratie. Das heißt: Das Volk regiert sich selbst. Tatsächlich hat, wie jeder weiß, das Volk nicht den geringsten Einfluss auf die Regierung, weder in der großen Politik noch auch nur in solchen administrativen Alltagsfragen wie Mehrwertsteuer und Fahrpreiserhöhungen. Die Kluft zwischen Regierenden und Regierten, Obrigkeit und Untertan, Macht der wenigen und Ohnmacht der vielen ist in der Bundesrepublik, die sich als Demokratie bezeichnet, heute nicht geringer als etwa im Deutschen Kaiserreich, das sich offen als Obrigkeitstaat verstand.« (Sebastian Haffner)

Das »entmachete Volk«, schrieb Haffner, habe »seine Entmachtung« nicht nur hingenommen, sondern sie »geradezu liebgewonnen«.

Weshalb aber, fragt Agnoli zu Recht, investiert das Kapital in Wahlkämpfe, erträgt »tote Kosten«, wenn sich die Notwendigkeit solcher Kampagnen »nur als kabarettistische Überzeichnung« aus der Kapitalbewegung ableiten lässt? Warum wird eine kostspielige Strategie finanziert, »die scheinbar der Akkumulation äußerlich ist«? »Wie kommt das Kapital dazu, in ein inhaltsleeres Ritual (nicht in die Machtverteilung als solche, sondern in den Schlagabtausch) zu investieren?« In einer Massengesellschaft, vermutet der Autor, gehöre es »einfach zur politischen Klugheit, den Schein der Partizipation aufrechtzuerhalten«. Dass der Wahlkampf sich besonders dazu eignet, dem einzelnen und isolierten Bürger die Befriedigung des Entscheidungsbedürfnisses vorzugauckeln, müsse daher nicht weiter vertieft werden. »Die wirkliche Vermittlung zwischen Massenbeteiligung und Massenzähmung vollzieht sich auf einer anderen Ebene.«

»Die Stimmbürger«, so beschrieb Agnoli das Phänomen, »sollen sich tunlichst nicht aktiv in das subtile Machtspiel der Parteien einschalten und keine Initiative ergreifen. So betrachtet wird die Passivität durch den aktiven Gebrauch des eigenen Wahlrechts erhärtet – die ironische Dialektik der bürgerlichen Gesellschaft, die Aktivität und Passivität grammatikalisch und nicht politisch verteilt. Die passive Mobilisierung der Wählerschaft nennt sich aktives Wahlrecht, während die gewählten Repräsentanten zwar Politik aktiv praktizieren (sofern sie hierarchisch dazu in der Lage sind), […] jedoch nur das passive Wahlrecht« ausüben. »All das Negative, das sich in der Entwicklung einer unerträglich gewordenen Gesellschaft akkumuliert und zu sozialen Explosionen drängen kann, wird politisch auf die abgesicherten Parteigleise einrangiert.«

Bitte bedenken; Nichtwählen ist auch keine Option, Nachdenken und sich wehren gegen die Entmündigung der Wähler aber schon!

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Vor der Bundestagswahl III

Statistiken schönen ist für diese Bundesregierung kein Problem:

Beispiel 1:

Der Bundeslandwirtschaftsminister will den Bauern erlauben, von ihren Stickstoffmengen hohe Beträge in der Bilanz abzuziehen – für „unvermeidbare Verluste“ beispielsweise bei der Lagerung oder beim Ernten von Futter hohe Beträge in der Bilanz abzuziehen. „Nach seinem Programm verschwinden 10 bis 15 Prozent der Gülle in einem nicht zu berechnenden Nirwana“..

Quelle: taz vom 18.09.2017, dort auch mehr lesen!

Beispiel 2:

Müllverbrennungsanlagen sind bezüglich des Klimaschutzes „irrelevant“, weil sie zu großen Teilen „nachwachsende Rohstoffe“ verbrennen, nicht etwa energiereiche Plastikabfälle! Kann es eine noch größere Lüge geben? Mehr dazu auf mvahro.wordpress.com

Denkt gut nach, bevor Ihr „Eure“ Partei wählt! Und wählt auf keinen Fall wie Eure Eltern /Großeltern anno 1933!

Vor der Bundestagswahl I.

Nur mal so zum Nachdenken, bevor Ihr „Eure“ Partei wählt.

Rechtsstaatliches aus Hamburg: „Er hat keinen Stein geworfen, niemanden verletzt. Trotzdem sitzt ein 18jähriger G-20-Demonstrant seit vier Wochen in Untersuchungshaft.“

Obwohl auch die Staatsanwaltschaft V. keine konkreten Taten vorwerfen kann, schreibt das OLG, er habe sich an »schwersten Ausschreitungen« beteiligt, dies verdeutliche eine »charakterliche Haltung, welche die Annahme der Schuld rechtfertigt«. Das Gericht sieht bei V. »schädliche Neigungen« und stellt »erhebliche Anlage- und Erziehungsmängel fest, die ohne längere Gesamterziehung des Täters die Gefahr weiterer Straftaten begründen«. Und weiter: »Menschenwürde, das Recht auf körperliche Unversehrtheit und auf Eigentum« seien für den Italiener »erkennbar ohne jede Bedeutung«. Besonders brisant: Vorsitzender des Strafsenats, der dies schreibt, ist Marc Tully, auch Vorsitzender des Hamburgischen Richtervereins. 

Fabio V. gehört zu den rund 70 Demonstranten, die bei dem brutalen Polizeieinsatz im Industriegebiet am 7. Juli festgenommen wurden (jW berichtete). Der Haftbefehl gegen ihn wie auch der OLG-Beschluss fußen auf der als falsch entlarvten Aussage eines einzigen Bundespolizisten, es habe vor der Festnahmeaktion einen »massiven Bewurf« mit Steinen und Flaschen gegeben.

Wie der OLG-Senat vermeintliche »Anlagefehler« beim nicht vorbestraften Italiener ermitteln konnte, »bleibt völlig offen«, schreibt die Welt, »denn V. hat sich bislang überhaupt nicht geäußert«.

Quelle: Junge Welt vom 14.08.2017

Rechtsstaaten

Die Ukraine verhängt ein Einreiseverbot, wenn die betreffende Person zuvor die Krim besucht hat und dabei nicht über die Ukraine in die Krim gereist ist. So weit, so schlimm.

Die Bundesrepublik Deutschland ist deutlich „besser“: Wer von Deutschland aus als Gruppe auf die Krim fährt, unterliegt staatsanwaltlichen Ermittlungen bis hin zur Hausdurchsuchung und Beschlagnahme von „Beweismaterial“: Kripo Durchsuchung Krim

Es ist ja auch wirklich schlimm und staatsgefährdend, was dieser Verein als inhaltliche Zielsetzung verkündet:

Die West-Ost-Gesellschaft in Baden-Württemberg (WOG) widmet sich der Völkerverständigung mit Staaten im Bereich der früheren Sowjetunion, schwerpunktmäßig mit Belarus (durch die Tschernobylkatastrophe) und in Russland. Neben allgemeinen und kulturellen Kontakten, vor allem im Bereich der Germanistik, betrifft dies hauptsächlich die medizinisch-humanitäre Zusammenarbeit mit verschiedenen Kinderheimen und Kliniken.

Das kann man wirklich nicht dulden! Es lebe die Russophobie! Antikommunismus war gestern, jetzt sind wir gegen Russland, das sich immer noch eine eigene Aussen- und Sicherheitspolitik erlaubt, obwohl es die NATO  bereits konsequen militärisch eingekreist hat. Gegen so viel Renitenz muss man konsequent vorgehen, auch im Inland, auch gegen Deutsche! Bravo, Staatsanwaltschaft Karlsruhe! Solche Staatsdiener braucht das Land!

Das sollten wir unterstützen!

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Wenn eine regionale Behörde eine kommunale Entscheidung verhindern will, obwohl diese Entscheidung für mehr menschliche Gesundheit und mehr Umweltschutz getroffen wurde, dann darf auch Rumpelstilz das sehr unfair finden. Deshalb reblogge ich die nachstehende Information.

Die Warnowregion

Das Umweltinstitut München informiert ganz aktuell::

Jetzt mitmachen und die Pestizid-Rebellen von Mals unterstützen!

Die BürgerInnen aus dem Südtiroler Dorf Mals haben als erste Gemeinde Europas beschlossen, Pestizide in ihrem Ort zu verbieten. Doch die Landesregierung will lokale Pestizidverbote unmöglich machen, indem sie den Gemeinden die Zuständigkeit entzieht.

Fordern Sie jetzt den Südtiroler Landeshauptmann auf, das Malser Pestizidverbot zu unterstützen und zum Vorbild für ganz Südtirol zu machen.

Hier geht es zur Petition!

Die Malser Initiative sollte auch in der Warnowregion entsprechende Überlegungen auslösen!

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Seit 25 Jahren feiern die Räuber

Seit 25 Jahren feiern die uns Beherrschenden unsere Enteignung, die sie vor 26 Jahren begannen und die noch immer nicht vollständig abgeschlossen ist.

Im Rahmen des „Beitritts“ der DDR zur BRD (nach dem Modell „Heim ins Reich“) bemächtigte sich der Staat Bundesrepublik Deutschland nicht nur des staatlichen Eigentums der DDR (wie Reichsbahn, Post, Autobahnen usw.), sondern auch des Volkseigentums – also des Eigentums der „beigetretenen“ Bürger. Die Modrow-Regierung hatte noch das Treuhand-Gesetz beschlossen, dass den DDR-Bürgern ihre Anteile am Volksvermögen sichern sollte. Die Bundesregierung dreht das Anliegen dieses Gesetzes kurzerhand um und benutzte die Treuhand-Anstalt als Vehikel zur Verstaatlichung des Volkseigentums. Der erste Chef der BRD-Treuhand, der das nicht so brutal praktizieren wollte, wurde kurzerhand ermordet. Die Täter konnten bis heute nicht ermittelt werden…

Enteignung erfolgte auch durch den Umtausch des Ersparten in D-Mark und durch die Aberkennung der erworbenen Rentenansprüche während Studium, Promotion und Habilitation.

Enteignung erfolgt noch immer durch Tilgung der sogenannten „Altschulden“. Das war und ist ein besonders perfides Meisterstück der Mächtigen. Bekanntlich gab es in der DDR eine „Arbeiter- und Bauerninspektion (ABI“), die die Effizienz der Gelder für Investitionen in der volkseigenen Industrie, für den Wohnungsbau und der Mittel, die die Kommunen erhielten, zu kontrollieren hatte.

Als Erich Honecker zum ersten Mal die BRD besuchte, flüsterten ihm die Gastgeber ein, es sei doch viel effizienter, wenn Banken die Kontrolle der Mittelverwendung übernehmen würden, die könnten das doch viel besser als so eine merkwürdige „ABI“. Honecker fiel auf diese Argumentation herein, alle Gelder wurden fortan über die Staatsbank der DDR ausgereicht und die Wessis hatten vor 26 Jahren ihr Argumentationsmuster: Wenn eine Bank Gelder ausreicht, dann muss es sich ja vorrangig/nur um Kredite handeln – konkret um „Altschulden“. Das stimmt zwar nicht grundsätzlich, denn auch heute noch werden viele Fördermittel bei Banken beantragt und über Banken ausgereicht, aber macht das was? Mieter von Wohnungsbaugenossenschaften oder kommunalen Wohnungen zahlen manchmal noch heute über ihre Miete „Altschulden“ ab, Kommunen und oft auch Nachfolgeunternehmen der LPGen ebenso. Den Bundesfinanzminister freut es, kann er doch auch auf diesem Weg viel Geld freigeben beispielsweise für Aufrüstung, für Auslandseinsätze der Bundeswehr, für fragliche Flüchtlingsdeals mit der Türkei und anderen Staaten usw. usf.

Mich freut es weniger. Aber wo ist die Partei oder andere gesellschaftlich Kraft, die meine, unsere Interessen konsequent vertritt? Konsequent und nicht nur in seltenen Fällen als Sonntagsrede?

Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern

Morgen sind Landtagswahlen in M-V.

Für noch immer Untentschlossene hier einige Links auf zwei andere Blogs:

  • Unter dem Stichwort „Gerechtigkeit“ findet sich eine kurze, aber deutliche Information zur Partei „Freie Wähler“ (bitte nicht verwechseln mit dem „Freien Horizont“!), die zum ersten Mal zur Landtagswahl antritt, aber schon in Kreistagen und Gemeindeparlamenten vertreten ist und dort wohl eine gute Arbeit leistet.
  • Unter der Überschrift „Hohlkörper“ widmet sich ein anderer Beitrag dem „Freien Horizont“. Muss man eigentlich nicht lesen, außer man hat sich von der recht populistischen Wahlwerbung etwas einfangen lassen.
  • Superweib“ gilt der Wahlwerbung der FDP-Spitzenkandidatin. Das ist schon atemberaubend, was die sich alles zutraut.
  • Müllverbrennung“ verweist auf eine andere Webseite, wo einige Parteienstatements zur rostocker bzw. generellen Müllverbrennung (als schlechte Alternative zum klugen Recycling) zu finden sind. Abgesehen mal davon, dass sich u.a. die Grünen zu diesem Thema ausschweigen, finden sich kluge Aussagen von der FDP und befremdlich oberflächlich-falsche bei den LINKEn. Das bietet Lesestoff weit über den Wahltag hinaus!