Das schlimme Umweltgift GLYPHOSAT

Den nachtstehenden Text hat Rumpel wortwörtlich von CAMPACT übernommen. Weil er so richtig ist. Weil das Thema so wichtig ist.

Die Uhr tickt

Jetzt geht es um alles: Die EU entscheidet Donnerstag über Glyphosat. Für uns heißt das: Nur noch 48 Stunden, um der Regierung zu zeigen, dass das gefährliche Ackergift vom Tisch muss. Es ist Ihre Unterschrift, auf die es ankommt. Bitte machen Sie mit!

Glyphosat sorgt für Krach in der Großen Koalition – für uns eine riesige Chance. Schon übermorgen stimmt die EU ab, ob das Monsanto-Gift wieder zugelassen wird. Die Entscheidung hängt an der gewichtigen Stimme Deutschlands. In den Streit zwischen Agrarminister Christian Schmidt (CSU; für Glyphosat) und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD; gegen Glyphosat) hat sich Kanzlerin Merkel eingeschaltet.[1] Sie muss jetzt dafür sorgen, dass Deutschland mit Nein stimmt – oder sich zumindest enthält. Ohne die nötige Mehrheit stünde das Ackergift dann vor dem Aus.

Die Agrarlobby macht natürlich jetzt mobil. Gemeinsam müssen wir gegenhalten. Bis Donnerstag wollen wir eine halbe Million Unterschriften unter unserem Appell gegen Glyphosat zusammenbekommen. Damit senden wir ein dickes Ausrufezeichen an Merkel, dass die Bürgerinnen und Bürger jetzt ein Verbot des Pestizids erwarten.

Um 500.000 zu werden, fehlen uns noch rund 80.000 Unterschriften – und Ihre, Günter Hering. Bitte ändern Sie das und unterschreiben Sie jetzt schnell.

Seit gestern irritiert zudem eine Bewertung eines gemeinsamen Ausschusses der Welternährungsorganisation (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).[2] Glyphosat sei nicht krebserregend, wenn es über die Nahrung aufgenommen wird. Doch die Arbeit dieses Gremiums steht seit Jahren in der Kritik. Es trifft seine Bewertungen völlig intransparent. Einzelne Mitglieder haben intensive Beziehungen zur Industrie.[3] Zum Beispiel der Ko-Vorsitzende Alan Boobis.[4] Er ist Vizepräsident des International Life Sciences Institute Europe – einer mehrheitlich von Monsanto und Co. finanzierten Einrichtung.[5]

Die Bewertung der unabhängigen Krebsforscher der WHO ist damit nicht aufgehoben. Sie kamen letztes Jahr zum Schluss, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ ist. Umweltministerin Hendricks hat deswegen am letzten Donnerstag den richtigen Schluss gezogen: „Vor dem Hintergrund nach wie vor bestehender Unsicherheiten über die gesundheitlichen Risiken von Glyphosat werden die SPD-geführten Ressorts einer Verlängerung für die Zulassung von Glyphosat nicht zustimmen.“[6]

Auch jenseits des Krebsrisikos – es gibt viele andere Gründe, die für ein Verbot des Pestizids sprechen. Es entzieht Insekten und Vögeln die Lebensgrundlage und gefährdet die Artenvielfalt.[7] Es tötet sämtliche Wildkräuter auf Äckern – und löst bei ihnen Resistenzen aus. Die Folge: Immer größere Mengen des Unkrautvernichters werden versprüht. Das Gift wird in unser Grundwasser und unsere Flüsse gespült und lässt sich sogar in vielen Lebensmitteln nachweisen. Hierüber streitet die Wissenschaft nicht.

Markus Balser fasst es in der heutigen Süddeutschen Zeitung so zusammen: „Die Entscheidung über Glyphosat ist deshalb auch eine über zukünftige Produktionsmethoden in der Landwirtschaft. So wie vieles bisher läuft, sind die Grenzen des Verantwortbaren erreicht.“[8] Die Entscheidung über Glyphosat ist damit grundsätzlich: Entwickelt sich auf unseren Feldern eine Agrarindustrie – oder schlagen wir den Weg zu einer bäuerlichen, ökologischeren Landwirtschaft ein.

Auch darüber fällt übermorgen in Brüssel die Entscheidung. Das Zeichen der 500.000 Menschen unter unserem Appell soll sein: Deutschland sagt Nein zum Monsanto-Gift. Seien Sie dabei!

Mit herzlichen Grüßen

Gerald Neubauer, Campaigner
Christoph Bautz, Campact-Vorstand

PS: Wer übers Land fährt, kann an vielen Stellen sehen, was Glyphosat anrichtet. Auf 40 Prozent der Felder wird es in großen Mengen versprüht. Zurück bleiben Äcker, auf denen nichts mehr lebt.

[1]  http://de.reuters.com/article/deutschlandgl-idDEKCN0Y4129
[2]  http://www.who.int/foodsafety/jmprsummary2016.pdf?ua=1
[3]  http://www.greenpeace.org/eu-unit/en/News/2016/Industry-ties-JMPR-glyphosate/
[4]  http://www.who.int/foodsafety/areas_work/chemical-risks/JMPR_2016_ListOfExperts.pdf?ua=1
[5] http://www.ilsi.org/Europe/Pages/Board-of-Directors.aspx
[6]  http://de.reuters.com/article/eu-deutschland-glyphosat-idDEKCN0Y3114
[7]  https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/glyphosat
[8] http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/glyphosat-volte-in-letzter-minute-1.2995129
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