Neuer Wissenschaftstrend: Behaupten statt beweisen

Der europaticker.de meldet mit Datum von 19.3.2016:

Die deutsche Kommunalwirtschaft leistet einen hohen volkswirtschaftlichen Mehrwert für Deutschland, heißt es aus der Berliner Zentrale der Vertretung kommunaler Unternehmen in einer Presseaussendung. Auf jeden Vollzeitbeschäftigten eines Mitgliedsunternehmens des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) entfielen nahezu zwei weitere Beschäftigte. Dieses Ergebnis sei einer erstmaligen Erhebung auf Bundesebene, durch das Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge der Universität Leipzig ermittelt. Weiter schreibt der Lobbyverein, der sich über seine Mitglieder durch öffentliche Gebühren, wie Abfall- oder Abwassergebühren finanziert, das Ergebnis sei am Montag (14.03.2016) dem Vorstand vorgestellt worden.

Die Universität Leipzig habe noch zwei weitere Zahlen zur Bedeutung der über 1.400 VKU-Mitgliedsunternehmen erhoben: Jedes Einkommen in einem VKU-Mitgliedsunternehmen generiere fast ein Weiteres (0,9). In Summe entspricht das 16,7 Milliarden Euro. Außerdem seien die kommunalen Unternehmen in Deutschland jährlich für ein Steueraufkommen in Höhe von 23,7 Milliarden Euro verantwortlich.

Indes will der Verein eine Überprüfung der Meldung nicht gestatten und verweist auf die Universität Leipzig. Doch dort bittet der Geschäftsführende Vorstand des Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge, Dr. rer. pol. Oliver Rottmann, „um Verständnis, dass wir Ihre Anfrage weder inhaltlich noch kostenseitig kommentieren“.

Da kannste was lernen!  Eine deutsche Universität veröffentlicht Aussagen und lehnt es zugleich ab, deren Zustandekommen zu belegen. Das ist wohl „Forschung 2.0“! Die Plagiatoren a la Schavan und Guttenberg können als rehabilitiert gelten, denn sie haben zwar abgeschrieben, aber wenigstens nachlesbare, verifizierbare Aussagen. Das war gestern! Heute darf man einfach etwas behaupten! RUMPEL geht in die Forschung – nach Leipzig! Und wird Dr. Rumpelstilz. Denn ab sofort muss ich nicht mehr Stroh zu Gold spinnen können, es reicht aus zu behaupten, dass ich es kann. Was für eine schöne Welt!

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