Realsatiren, kurz und knackig

Manchmal glaubt man kaum, was man liest. Quasi als Entspannungsübung zu all dem unerfreulich Ernsten hier drei Proben.

Die Füße der Frauen

Andrea Tebart berichtete am 12.12.2013 unter der Überschrift „Highheels oder Ballerina?“ unter Bezug auf einen Facharzt für innere Medizin, ein Experte für diabetische Füße: „… ein Viertel aller Knochen des Körpers steckt im Fuß„. Masse statt Klasse?

Die Weisheit des Bundesinnenministers

Die Zahl der nicht stattgefundenen Terroranschläge zu zählen ist relativ schwierig„- Hans-Peter Friedrich, Ex-Bundesinnenminister, zitiert in „neues deutschland“ vom 18.7.2013.

Was der Welt gut getan hätte

Man stelle sich vor, dieser Papst hätte einmal die Antriebskraft des Kapitalismus gelobt, der eben doch die Menschen aus der Armut katapultiert, was die globale Entwicklung der letzten Jahre eindeutig beweist. Ein Lob der Marktwirtschaft aus seinem Munde, das hätte der Welt gut getan“ – Kommentar der „Welt“ zur Kapitalismuskritik von Papst Franziskus, zitiert in der jungen Welt vom 7.12.2013.

Was sind gegenüber diesem Text die Füße der Frauen oder die Weisheit eines Bundesministers?

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3 Kommentare

  1. Kulturflüchter

    Realsatire ohne Ende:

    EU-Währungskomssar Olli Rehn hat den früheren deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, wegen der Rolle Genschers bei der Haftentlassung des Kremlgegners Michail Chodorkowski. Dies sei eine Krönung für Genschers langjähriges Bemühen um eine Verbesserung der Ost-West-Beziehungen und Durchsetzung der Menschenrechte gewesen.

    Wikipedia vermerkt zur Person Genscher u.a.: 1944 wurde Hans-Dietrich Genscher … im Alter von 17 Jahren Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 10123636), … im Januar 1945 meldete er sich … freiwillig zum Kriegsdienst zur Wehrmacht … Angehöriger der „Armee Wenck“, die in der Schlacht um Berlin eingesetzt war.

    Da liegt es natürlich nahe, auch noch mit 86 Jahren einen „Kremlgegner“ (sonst war da ja wohl nichts?) den bösen Russen zu entreißen.

    siehe auch:
    http://www.sueddeutsche.de/politik/bericht-ueber-ns-vergangenheit-deutscher-politiker-zu-viel-undemokratisches-personal-1.1242602-2

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  2. Klabautermann

    Realsatire ohne Ende:

    „Als vor 20 Jahren Bundesbahn und Reichsbahn in eine Aktiengesellschaft umgetopft wurden, sollte dies dem Reisenden zugute kommen, Streckenstilllegungen verhindern und ‚ein großes Stück Lebensqualität für unsere Bevölkerung‘ sichern. So hat es seinerzeit Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann im Bundestag formuliert. ‚Gewinner der Bahnreform wird in jedem Fall der Kunde sein, um den sich die Bahn AG dann wirklich bemühen muss, sowohl was den Komfort, was die Pünktlichkeit und Häufigkeit der Zugverbindungen als auch was den Preis angeht.‘

    Der Mann ist inzwischen Präsident des Verbandes der Autoindustrie“ (neues deutschland, 3.1.2014, Seite 1).

    Gewinner ist eben immer die Industrie (und nicht selten gerade die Autoindustrie), siehe auch http://www.gmx.net/themen/finanzen/wirtschaft/96b02vc-diskussion-pofalla-moeglicher-bahn-vorstand#.hero.Wird%20Pofalla%20%22gezielt%20gekauft%22?.203.342

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